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Torbole Gardasee Sehenswürdigkeiten

Hier geht’s zum Reiseverlauf Ihrer E-Bike Radreise um den Gardasee. 

Torbole Gardasee Sehenswürdigkeiten

Das kleine Örtchen Torbole – im Osten von Riva del Garda – hat zwar gerade mal 2.400 Einwohner und ein paar 100 Häuser, allerdings sind in den letzten Jahren viele Ferienwohnungen und Hotels für eine wachsende Zahl an begeisterten Surfern entstanden. Noch in jüngeren Beschreibungen galt Torbole als kleines Fischerdorf mit Goethe-Erinnerungen.
Seit der Erfindung des Surfbrettes ist das vorbei. Was von den Seefahrern jahrhundertelang gefürchtet wurde, macht für die Sportler den besonderen Reiz aus. Die Surfer schätzen Torbole für seine starken Winde, die auch außerhalb des üblichen Windzyklus plötzlich von der Höhe von Nago über das Wasser fallen. Das Strandbild ist geprägt von den Windsurfern. So wird die Uferpromenade kilometerweit von Fahrzeugen mit aufgeschnallten Surfbrettern dominiert, die auf die nächste Brise lauern. Ein Parkplatz ist hier in der Saison nicht zu finden. Wie gut, dass Sie in Ihrem Urlaub mit dem E-Bike um den Gardasee unterwegs sind. Es beansprucht keinen riesigen Parkplatz, Sie können es einfach beim Spazieren neben sich führen oder platzsparend abstellen.
Da der Trubel um die Windsurfer dem Ort zwar gute Einnahmen beschert, vielen Kulturreisenden jedoch zu viel wird, besuchen diese den Ort eher außerhalb der Urlaubs- bzw. Surfsaison, atmen das unbeschreibliche Flair des Ortes und wandeln auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethes erster Begegnung mit dem Gardasee. Denn auch diese Seite hat das Städtchen mit dem besonderen italienischen Flair zu bieten.
Die Gemeinde Nago-Torbole, die am nordöstlichen Ufer des Gardasees an der Mündung der Sarca liegt, besteht aus drei kleinen Orten, wobei Torbole (sul Garda) der bekannteste unter ihnen ist. Bis zum ersten Weltkrieg hieß der Ort Naag-Turbel. Unweit davon und etwa 200 Meter über dem Meeresspiegel befindet sich das kleine Bergdorf Nago mit der Zitadelle Castel Penede. Der winzige Ort Tempesta liegt südlich von Torbole und besteht nur aus wenigen Häusern.
Auf Ihrer Belvelo-Radreise um den Gardasee verbringen Sie fünf Übernachtungen in einem traumhaften Hotel am Nordufer des Gardasees in Torbole. Nicht weit von Ihrer Unterkunft können Sie die Sehenswürdigkeiten des verträumten Dörfchens zu Fuß oder mit dem E-Bike entdecken.

Die Altstadt von Torbole

Wird auch das Stadtbild vorrangig durch jugendliches, sportliches Flair geprägt, wird doch schnell klar, dass das kleine Dörfchen noch eine andere Seite zu bieten hat. Diese Seite von Torbole können Sie – unweit Ihrer Unterkunft – auf der Bergseite in der kleinen Altstadt und vor allem auf der Piazza Goethe erleben. Noch fern ab von Surfern machte der berühmte Dichter hier seine erste Begegnung mit dem Gardasee, der ihn gleichermaßen wie Sie verzauberte und für ihn einer Begegnung mit der Antike gleichkam.
Er wohnte kurzzeitig in der Casa Alberti und arbeitete dort an der “Iphigenie auf Tauris”. Eine kleine Erinnerungstafel zu Ehren der literarischen Erwähnung Goethes “Italienischen Reise” legt davon Zeugnis ab.
Wegbeschreibung: Gehen Sie durch den Hausbogen des Alberti-Hauses, zur Piazza Vitorrio Veneto über den kleinen Säulenbrunnen am grünen Haus Nr. 2. Auf der Tafel dort steht fast unleserlich die Inschrift:

“Heute hab ich an der Iphigenie gearbeitet, es ist im Angesichte des Sees gut von statten gegangen” Goethe 12.09.1789 in der “Italienischen Reise” in Torbole.

Ebenfalls in der Altstadt befindet sich die Pfarrkirche Sant’Andrea. Diese schlichte Barockkirche Sant’ Andrea aus dem 18. Jahrhundert bietet dem Kunstfreund ein großes Ölbild eines Martyriums des hl. Andreas. Das Altargemälde stammt vom Veroneser Maler Giambettino Cignaroli.
Die wunderschöne Aussichtsterrasse bietet Ihnen einen absolut einmaligen Blick, der sich von der Straße hinauf nach Nago über den See und seine Ufer erstreckt. Von hier aus sieht man auch die Felsabschliffe des Monte Baldo, unter denen sich Torbole befindet.
Von hier aus sind es nur wenige 100 Meter bis zu den eiszeitlichen Gletscherhöhlen, den Marmitte dei Giganti (also “Schüsseln der Riesen”). Unternehmen Sie eine faszinierende Reise in längst vergangene Zeiten und bewundern Sie die Naturgewalten, die im Laufe der Jahrhunderte haushohe, runde Vertiefungen im Fels hinterließen.

Der Hafen von Torbole

Genießen Sie das Flair eines alten Fischer- und Holzfällerdorfes und spazieren Sie durch das verträumte Dorfzentrum mit vielen kleinen Gassen und Ecken. Der malerische Hafen von Torbole ist von kleinen, typisch italienischen Häuschen umrahmt. Typisch etwa die Vecchia Dogana aus dem 15. Jahrhundert. Auch die Hotels und Restaurants fügen sich gut in die beschauliche Idylle und laden Sie zum Verweilen ein. Im pittoresken Hafen zeugt ein altes Zollhäuschen (Casetta del Dazio) aus dem 18. Jahrhundert davon, dass hier bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die Grenze zwischen Österreich und Italien verlief. In dieser Zeit hieß der Ort Naag-Turbel. An der Außenseite des Zollhäuschens erinnert ein Relief an die venezianische Epoche. Nicht weit des kleinen Hafens liegt die Casa Beust. Hier können Sie ein Fresko des Berliner Romantik Malers Johann Lietzmann bewundern, der viele Jahre in Torbole lebte und wirkte. Auf dem Wandgemälde ist der heilige Antonio wie er mit den Fischen spricht. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Lietzmann_(Maler)

Das Bergdorf Nago bei Torbole

Das kleine Bergdorf Nago liegt nicht weit von Torbole. Sie erreichen es unkompliziert zu Fuß und nach dem Aufstieg werden Sie mit einem unverwechselbaren Blick auf Torbole und den Gardasee belohnt. Nago hält noch die Kirche von San Vigilio sowie die Ruine von Schloss Penede als Sehenswürdigkeiten für Sie bereit.
Die Ursprünge des Castel Penede gehen bis auf die Zeit der Römer zurück, die die strategische Bedeutung des Ortes Nago als Zugang zum Gardasee früh erkannten und dort eine erste Befestigungsanlage bauten. Die erste schriftliche Erwähnung geht auf das Jahr 1210 zurück als Lehen des Herren von Arco. In der Folgezeit wechselte die Burg immer wieder den Besitzer. Im Jahr 1703 wurde Castel Penede von französischen Truppen schließlich gebrandschatzt und geplündert. Später nutzten die Österreicher die strategisch günstige Lage und bauten unweit der Burgruine eine neue Festung.
Sie erreichen die Burg von Nago aus mit einem leichten Wanderweg – an der österreichischen Festung Nago entlang, bis zu einem kleinen Park mit vielen kleinen Picknick-Bänken. Hier können Sie ein wenig verweilen, bis dann ein kurzer Aufstieg zur Burgruine und einem der schönsten Ausblicke am Gardasee führt.

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Torbole Gardasee Sehenswürdigkeiten – Ausflugsziele im Überblick

  • Barockkirche Sant’ Andrea
  • malerische Altstadt
  • Hafen von Torbole mit Zollhäuschen (Casetta del Dazio)
  • Gletscherhöhlen: Marmitte dei Giganti, “Schüsseln der Riesen”
  • Casa Beust mit Fresko des Berliner Romantik Malers Johann Lietzmann
  • Nago mit Kirche von San Vigilio und Ruine von Schloss Penede und Ausblick auf die Felsabschliffe des Monte Baldo

Weitere Ausflugsziele im Umland von Torbole

Von Torbole aus führt Sie die Promenade am See nach Süden in Richtung Malcésine. In nördlicher Richtung verläuft eine Straße am Wasser bis nach Riva, welche ebenfalls unverwechselbares italienisches Flair zu bieten hat und in jedem Fall einen Besuch wert ist. Ebenfalls im Norden liegt das malerische Sarca-Tal, welches besonders Wanderer aus aller Welt anzieht. Auch die Stadt Arco befindet sich nördlich von Torbole. Deren Wahrzeichen – eine auf einem hohen Felsen liegende Burg – begrüßt die Italien-Reisenden schon aus weiter Ferne.
Sicher wird Ihnen auf einer Ihrer E-Bike Touren an der Strandpromenade am Wasser zwischen Torbole sul Garda und Riva auch der berühmteste Zeltplatz der Gegend auffallen. Der Campingplatz Maroadi blickt auf mittlerweile gut 60 Jahre Tradition zurück. Eines ist sicher – die Mountainbiker werden Sie bei jeder Steigung beneiden.

Quellen und Inspiration für Gardasee Reisende

Nenzel, Nana Claudia (2009): Gardasee -DUMONT-Reise-Taschenbuch, DuMont Reiseverlag, Ostfildern.

Pippke, Walter / Leinberger, Ida (2011): Gardasee – Verona -Mantua – Trentino. Kunst und Geschichte im Zentrum des Alpenbogens, 5., aktualisierte Auflage, DuMont Resieverlag, Ostfildern.